|
Die touristische Erschließung der Lübecker Bucht begann im Jahre 1850 in Niendorf/Ostsee. Erst nach 1890 beginnt die Entwicklung Timmendorfer Strands zum modernen Badeort mit an der Ostseeküste einzigartiger Infrastruktur. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges hatte sich Timmendorfer Strand zu einem renomierten Badeort mit Hotels, Pensionen und Privatzimmern entwickelt. Prominenz, wie der Bauhausgründer Gropius, der Maler Corinth oder der Künstler Feiniger reisten nach Timmendorfer Strand. In der Weimarer Republik siedeln sich immer mehr Gewerbebetriebe und Handwerker an - die touristische Infrastruktur der Gemeinde Timmendorfer Strand gedeit.
Timmendorfer Strand ist nun sowohl auf der Straße, per Eisenbahn oder durch Dampfschiffe zu erreichen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges liegt der Fremdenverkehr zunächst völlig danieder aber schon Anfang der fünfziger Jahre beginnt der unvergleichliche Siegeszug Timmendorfer Strands zum Ostseeheilbad im Wirtschaftswunderland. Hotels und Pensionen mit für damalige Verhältnisse luxuriöser Ausstattung siedeln sich an. Es entwickelt sich ein reger Wochenendtourismus aus den benachbarten Hansestädten. In den sechziger Jahren stagnieren die Übernachtungszahlen zunächst bis die Kurve dann Ende des Jahrzehntes durch die Ansiedlung von großen Hotels der internationalen Spitzenklasse und die damit verbundenen Etablierung Timmendorfer Strands als Kongress- und Tagungszentrum steil in die Höhe steigt. In den achtziger und neunziger Jahren wird die Attraktivität durch den Bau eines neuen Kurmittelhauses, des Eissport- und Tenniszentrums, die Ansiedlung einer Herz- und Kreislaufklinik, der Ostsee-Therme sowie des Sea-Life Meeresaquariums noch weiter gesteigert. Timmendorfer Strands Zentrum rund um die Ende der neunziger Jahre neu gestaltete Kurpromenade wird nun von edlen Einzelhandelsgeschäften, Szene-Cafes und Gourmet-Restaurants geprägt. Der Ausnahmestatus "beliebtestes Ostseebad" bleibt Timmendorfer Strand auch nach der touristischen Erschließung Mecklenburg-Vorpommerns bis auf weiteres erhalten.
Natur und Umwelt: Trotz erstklassiger Badewasserqualität ist der Fischbestand der Ostsee auch vor Timmendorfer Strand stark reduziert. Es werden jedoch noch immer vor allem Dorsch, Hering und verschiedene Plattfische gefangen.Der Niendorfer Hafen als Teil der Gemeinde Timmendorfer Strand besitzt auch heute noch Fischer, die ihren Fang den Gästen anbieten. Der Ortskern ist historisch gewachsen und bezaubert mit einem Strandkiefer, zwei Seebrücken und einer 8 kilometerlangen Strandpromenade.
Das Timmendorfer Strandgebiet wird im Nordwesten von bewaldeten Höhenzügen begrenzt. Im Südosten lädt das Brodtener Steilufer zu phantastischem Weitblick über die Lübecker Bucht ein. Das Hinterland stellt mit dem Naturschutzgebiet Aalbeek-Niederung und dem Hemmelsdorfer See eine Moor- und Heidelandschaft von urwüchsiger Prägung dar. Aus der Luft betrachtet fasziniert die Landschaft um Timmendorfer Strand durch große Rapsfelder und die in Gletscherlandschaften errichteten Golfplätze.
Timmendorfer Strand gilt heute als eines der mondänsten Ostseebäder mit großem touristischem Angebot (Wellness, Golf, Segeln, Surfen, Fahrradtouren). Es besteht seit ca. 1260 und entwickelte sich seit 1880 zum Seebad. Der Ortskern am Strand ist historisch gewachsen und erinnert noch an die Gründerzeit mit Gästehäusern und Villen. Der östliche Ortsteil Niendorf ist seit dem 14. Jahrhundert als Fischerdorf bekannt und ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad. Der renovierte heutige Hafen wurde aber erst ab 1920 ausgebaut.
|